Text: Frithjof Blaasch
Quelle: Windsurfersmag
Wochen lang knallte es aus West, so dass man Tag
täglich in Hanstholm windsurfen gehen konnte. Kaum traten wir die Reise nach Thy an, verschwand der Westwind und es setzte der äußerst seltene Nordwind ein. Eine Woche hatten wir das Haus in
Klitmöller gemietet um den Schulstress hinter uns zu lassen und natürlich um surfen zu gehen.
Samstags kamen ein paar Wellen, die man sich versuchte schön zu Reden und so letztendlich ins kalte Wasser stieg. Nach ein paar „guten“ Wellen beendeten wir die Session und fuhren zum Haus
zurück. Der Nächste Tag sah ähnlich schlecht aus, so beschlossen wir die Miniramp in Klitte unsicher zu machen. Nach ein paar Tricks und einigen Stürzen knickte ich um und mein Knöchel schwoll
auf Größe eines Tennisballs an. Also zurück zum Haus, Schmerztabletten rausgeholt und mit Bier runtergespült. Am nächsten Tag ging es mir erstaunlich gut, so dass ich mit Tonnen von Tape um
meinen Fuß, wellenreiten ging.
Es ergab sich die Möglichkeit, dass ich nach Deutschland fahren könne um einen Arzt aufzusuchen und wieder nach Dänemark zurück zufahren. Nach einigen Telefonaten war alles klar und ich konnte
zum Arzt. Außenbandriss – hieß die Diagnose. Mit einer Schiene ging es zurück nach Klitte, wo für Freitag mittlerweile über 35kn aus Nord gemeldet waren.
Morgens solle der stärkste Wind sein, meldete uns Christian, der dank des offenen W-Lans in Klitte den Wind checken konnte. Alle waren aufgedreht – endlich Wind! So wurde heute weniger Bier
verzehrt als üblich und früh ins Bett gegangen.
Ich habe noch nie so geile Bedingungen gesehen. Saubere Sets laufen um das Riff herum, Sideshore Wind und Sonne! Zum Haus, alle verrückt machen und wieder zum Bunkers. Der Wind weht jetzt
moderater für 4.2, auf dem Weg zum Wasser denk ich mir ob 4.7 vielleicht nicht doch besser gewesen wäre. Die erste Welle kommt, schnell aufs Brett springen und bloß heil durch den Shorebreak
kommen. Der Wind reicht und kommt sogar ein bisschen Side-Off, die Wellen sind größer als sie vom Strand aus aussahen, teilweise Masthoch. Halse - der Spaß kann beginnen, die tief stehende Sonne
macht es schwer die Wellen einzusehen. Ich schnappe mir eine schöne Welle und setze zum Turn an, als ich im Tal der Welle ankomme und mich die Sonne nicht mehr blendet sehe ich nur noch die Lippe
auf mich herabbrechen. Ein Versuch die Flucht zu ergreifen kommt zu spät, das ist der Waschgang meines Lebens! Der Neo ist bis zum Knie hochgekrempelt worden und meine Schiene ist verrutscht.
Draussen, in Sicherheit, ziehe ich mich wieder richtig an und gehe etwas vorsichtiger an die Sache ran. Das ist eben doch etwas anderes als Ostsee und ein Bänderriss reicht ja auch.